Zukunfts-Manifest

Der NeuStifterKreis, das Denkzentrum für eine lebenswerte Zukunft, hat ein Manifest für den Weg zu einer energieautarken Zukunft entworfen. In der Sonnenzeitung stellt der NeuStifterKreis den Entwurf zur Diskussion. Reden Sie mit!

Der NeuStifterKreis ist eine Gesellschaft für Erneuerbare Energie, Energieeffizienz, Friedens-, Sozial- und Wirtschaftspolitik. Ihr gehören führende Vertreter der Bereiche Wasserkraft, Wind, Solarthermie, Photovoltaik, Biomasse sowie der Dachverband Energieklima (DVEK) der Wirtschaftskammer an. In einem Manifest haben die Experten nun festgehalten, wie der Weg in eine energieautarke und sozial verträg-liche Zukunft aussehen kann.

Nur die Erneuerbaren Energien können sowohl die Versorgungssicherheit als auch den Frieden für künftige Generationen garantieren, so eine der wesentlichen Prämissen des Manifests. Es versteht sich als erster Entwurf, an dem noch weitergedacht und -geschrieben werden soll. Und zwar von möglichst vielen, die die Grundgedanken dieser Zukunftswerkstatt für Erneuerbare teilen.


1. Transparenz und Kostenwahrheit


Den Steuerzahlern muss aufgezeigt werden, wie es um die tatsächlichen Kosten fossiler und atomarer bzw. erneuerbarer Energien steht. Die Kosten für Atomkraft liegen in Wirklichkeit weit über jenen der Produktion von Erneuerbaren Energien.


2. Verursachergerechte Preisgestaltung


Die Preise für die Energieträger, die auf dem Markt miteinander konkurrieren, müssen verursachergerecht gestaltet werden. Die Kernkraft etwa erhält massive Subventionen der öffentlichen Hand, während die Entwicklungsarbeit der Erneuer-baren von der Branche selbst geleistet wird.


3. Förderung von Investitionskosten


Die Kosten ökologischer Maßnahmen, wie sie etwa die Wasserrahmenrichtlinie vorsieht, sollen durch Förderung der Investitionskosten und Erhöhung des Abnahmetarifs von der Gesellschaft mitgetragen werden.


4. Langfristige Planungssicherheit


Förderungen im Bereich der Erneuerbaren müssen langfristig ausgerichtet und bundesweit einheitlich gestaltet sein, um Investitionsanreize zu bieten und den Markt zu stabilisieren. Die Ökostromnovelle muss umgehend nach deutschem Vorbild aufgerollt werden.


5. Umsetzung der EU-Gebäude-Richtlinie


Die EU-Gebäuderichtlinie muss so rasch wie möglich umgesetzt und die staatliche Wohnbauförderung zu Gunsten einer thermischen Gebäudesanierung mit ökologisch verträglichen und regenerativen Heizsystemen umgeschichtet werden.


6. Solarthermie für öffentliche Gebäude


Die Errichtung von solarthermischen Anlagen im privaten und privatwirtschaft-lichen Bereich muss gefördert werden. Auf allen mit öffentlichen Mitteln neu zu errichtenden Gebäuden ist eine thermische Solaranlage zu installieren.


7. Biomasse-Aktionsplan


Ein Aktionsplan mit einem Konzept zur optimalen Bewirtschaftung der österreichischen Biomasseressourcen muss vorlegt werden. Zur Verbreitung von Pelletsheizungen sind steuerliche Vergünstigungen sowie eine Bildungsoffensive für die damit befassten Berufsgruppen erforderlich.


8. Mehr Geld für die Forschung


Österreich muss seine Vorreiterrolle in der Forschung & Entwicklung der Erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Um dies zu gewährleisten, muss der Staat mehr Geld in eine diese zukunftsgerichtete Forschung investieren.


9. Informationsoffensive


Um Informationsdefizite hinsichtlich der Chancen und Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien abzubauen, ist eine umfassende Informationsoffensive erforderlich.


10. Energieeffizienz durch Wärmedämmung


Es bedarf in weiterer Folge einer vermehrten Umschichtung der Wohnbauförderungsmittel von Neubauten. In Richtung thermischer Modernisierung muss es ebenso von Seiten der Bundesregierung steuerliche Erleichterung thermischer Modernisierung von Geschoßwohnbauten (Investititionszuwachs-prämie und steuerliche Abschreibung) sowie Möglichkeiten für thermische Modernisierung von Ein bis Zweifamilienhäuser geben.



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